Am vergangenen Donnerstag trat die Kultusministerkonferenz (KMK) zusammen und wie verlautet, soll für Schüler von Förderschulen künftig der Schulabschluss "Förderschwerpunkt Lernen" eingeführt werden. Damit würde ein neuer Schulabschluss noch unterhalb des Hauptschulabschlusses geschaffen.
Dem (Förder)Schüler selbst bringt dieser "Abschluss" nichts. Ob er nun dieses "Abschlusszeugnis" vorweist oder wie bisher als Schulabbrecher gilt, bessere Chancen bringt es ihm nicht.
Taucht man etwas tiefer in dieses Thema ein, wird schnell deutlich, dass hier nur an der Statistik gebastelt wird.
Auf dem Bildungsgipfel im vergangenen Jahr wurde beschlossen, die Zahl der Absolventen ohne Schulabschluss (sogenannte Schulabbrecher) zu halbieren. Statt aber nun in bessere Bildung und Förderung zu investieren, greift man zu einem billigen Taschenspielertrick.
Jährlich zählt Deutschland etwa 80.000 Schulabbrecher. Davon sind etwa die Hälfte Abgänger der Sonderschulen. Verpasst man diesen, wie von der KMK beabsichtigt, einen "Schulabschluss", hat man flugs sein Ziel erreicht, ohne einen müden Euro zu investieren.
Kein Gedanke an die Verbesserung der Chancen oder gar eine bessere Bildung und Förderung von Sonderschülern. Man gibt dem Kind einen neuen Namen und schon stimmt der Laden.
Wen verwundert es eigentlich, hat doch diese Bundesregierung (und andere vor ihr auch) reichlich Erfahrung im Schönen von Statistiken. Man denke nur an die Senkung der Arbeitslosenzahlen. Oder glaubt wirklich einer in diesem Land, dass ein "1-Euro-Jober" tatsächlich in Lohn und Brot steht?
"Statt die Ausgrenzung von behinderten und lernbehinderten Schülern weiter zu verfestigen, brauchen wir endlich einen Aufbruch für ein inklusives Bildungssystem, in dem behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen." So die Forderung des Präsidenten des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer.
Dem ist nichts weiter hinzu zu fügen, außer eine kleine Erinnerung für deutsche Politiker, denen die Erinnerung an das Grundgesetz dieses Staates langsam aber sicher zu entschwinden scheint:
- Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. [Art.1(1) GG]
- Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, ... [Art.2(1) GG]
- Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. [Art.3(3) GG]

Tja, wie ich gestern geschrieben habe, soviel kann ich gar nicht verbrochen haben, um diese Regierung samt ihrer Politik verdient zu haben. Was mich wirklich ank.tzt, es wird so gern auf Kosten der Kinder gespart bzw. nicht investiert. Dieses Bildungssystem stinkt zum Himmel und keinen scheint es zu interessieren.
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